Über die aktuelle Entwicklung der Horrorfilm-Industrie

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Über die aktuelle Entwicklung der Horrorfilm-Industrie

Beitragvon Salem's Lot » Mi 3. Apr 2013, 18:47

Da ich mich in den letzten paar Jahren ziemlich detailliert mit der Horrorfilm-Industrie beschäftigt habe, muss ich nun eines ganz klar und deutlich ansprechen: Der Großteil des Horrorfilms ist inzwischen zur Massenware geworden.
Warum? Um diese Rückschlüsse zu erklären, ist es wohl notwendig, die Entwicklung des ganzen zu verdeutlichen:

1. Das neue Jahrtausend: Diese Jahre brachten einige große Filmreihen auf die Leinwand (SAW, Final Destination, [REC]), leider aber sollten diese nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein bleiben.

2. Remakes: hatten diese Form des Films am Anfang noch einen gewissen "Reiz", wurde er im Laufe der Jahre immer mehr zum Selbstzweck, damit ideenlose Produzenten bereits vorhandenes Material aufgreifen und ein vielfaches an Profit damit machen konnten (jetzt wisst ihr auch, warum ich gegen ein SAW-Remake bin)

3. Ist die "Scene" schon so kommerziell, dass so wirklich gute Produktionen so gut wie keine Beachtung mehr finden können, da sie permanent von Großproduktionen verdrängt werden. Kleinere Drehbuchautoren und Regisseure bekommen demnach nur noch in seltensten Fällen die Möglichkeit, ihre Innovationen und Ideen mit einzubringen und müssen sich entweder mit den "herrschenden" Firmen einigen oder auch weiterhin von ihnen erdrückt werden

Nun meine abschließende Frage an euch: Was haltet ihr von der aktuellen Entwicklung der Filmindustrie und vor allem: wie ist diese zu erklären?
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Re: Über die aktuelle Entwicklung der Horrorfilm-Industrie

Beitragvon Nielsius » Do 4. Apr 2013, 11:48

Das findest du leider nicht nur bei den Horrorfilmen. Viele Produzenten haben keine Ideen mehr. Bei fast jedem Film, den du heutzutage siehst, vor allem sogar im NICHT Horror Genre, hast du das Gefühl den Film mit leicht veränderter Handlung und anderen Schauspielern schon 1000 mal gesehen zu haben. Außerdem wird die Profitgeilheit immer Stärker und auch das ist überall zu erkennen, nicht nur in der Filmindustrie. Deshalb feiern wir Filme, die was neues bringen. Die meisten Produzenten, vor allem von den großen Firmen und Studios, wollen nochmal eben ein wenig Geld scheffeln, haben aber keine große Lust, selbst aktiv zu werden und sich was neues einfallen zu lassen. Es wird viel abgekupfert und dann mit Effekten aufgearbeitet. Das ganze wird dann als großer Blockbuster angepriesen und die Menschen, die einfach zu befriedigen sind, schlucken das. Solche Leute sind auch meistens die Art von Mensch, die niemals ein Buch lesen würde :P
Kleine Firmen, Indie Produktionen hingegen, auch hier spreche ich nicht nur von Filmen sondern vor allem auch von Games, machen ihre Arbeit weniger des Geldes wegen, sondern wegen der Leidenschaft, so etwas zu erschaffen. Siehe jegliche Indiegames, welche momentan auf Steam sehr boomen. Dort hat man immer tolle neue Ideen, Innovation und Frische. Ich bin von diesen, meist kleinen und kurzen Spielen sehr begeistert. Minecraft, The Binding of Isaac usw., sind da nur einige Beispiele. Eines der bekanntesten Beispiele in der Film und vor allem Horrorbranche ist wirklich Saw. Der Film hat fast nichts gekostet, die Produzenten waren bis dato unbekannt und haben mit einfahcsten Mitteln einen Film abgeliefert, der es in sich hatte. Schon war eine neue Idee geboren, aus der später dann leider immer liebloser Fortsetzungen geschafft wurden, damit Geld in die Kassen kommt. Deshalb sind die letzen Teile nicht mehr so gut, vor allem Saw 7 finde ich eher enttäuschend, wenn man ihn mit den restlichen Teilen vergleicht. Welche Filme kommen denn heute bei den intelligenten und nicht komplett stumpfen Menschen, welche leider weniger sind als man hoffen könnte, gut an? Filme mit einer frischen Idee. Filme mit Tiefgang und durchdachter Story. Filme von unglaublich erfolgreichen Büchern (auch da gibt es leider schlechte Beispiele). Wieso kommen diese Filme so gut an? Weil es sich entweder abhebt vom Einheitsbrei, weil es eine gute Idee hat und Spannend ist, bei Buchvorlagen wie Harry Potter oder Herr der Ringe (ok bei HdR muss man dazusagen, dass Peter Jackson einfach ein Freak ist und ein Meisterwerk abgeliefert hat) ist die gute Idee ja bereits da gewesen.
Fazit ist also, dass die geldgeilen Säcke keine Lust mehr haben, sich für ihr Geld anzustrengen und die Leute, die es nicht für Geld machen, da viel mehr Liebe, Leidenschaft und Herzblut reinstecken. Deshalb kannst du davon ausgehen, dass die Tropfen auf dem heißen Stein leider so bleiben werden. Wir bekommen von den kleinen Leuten die besten Dinge. Ich freu mich drauf! Alles andere müssen wir wohl oder übel Schlucken!
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Re: Über die aktuelle Entwicklung der Horrorfilm-Industrie

Beitragvon Salem's Lot » Do 4. Apr 2013, 18:37

Nielsius hat geschrieben:Das findest du leider nicht nur bei den Horrorfilmen. Viele Produzenten haben keine Ideen mehr. Bei fast jedem Film, den du heutzutage siehst, vor allem sogar im NICHT Horror Genre, hast du das Gefühl den Film mit leicht veränderter Handlung und anderen Schauspielern schon 1000 mal gesehen zu haben. Außerdem wird die Profitgeilheit immer Stärker und auch das ist überall zu erkennen, nicht nur in der Filmindustrie. Deshalb feiern wir Filme, die was neues bringen. Die meisten Produzenten, vor allem von den großen Firmen und Studios, wollen nochmal eben ein wenig Geld scheffeln, haben aber keine große Lust, selbst aktiv zu werden und sich was neues einfallen zu lassen. Es wird viel abgekupfert und dann mit Effekten aufgearbeitet. Das ganze wird dann als großer Blockbuster angepriesen und die Menschen, die einfach zu befriedigen sind, schlucken das. Solche Leute sind auch meistens die Art von Mensch, die niemals ein Buch lesen würde :P


Bei den ganzen Blockbustern, Remakes, etc. habe ich auch zum Teil das Gefühl, dass es nicht mehr primär um den Film geht, sondern eher um Marketing, Schleichwerbung und natürlich der extrem hohen Gage von extrem überbezahlten Schauspielern. Das sind dann meistens auch die Filme, die in der Werbung als "Sensation" gepriesen werden, aber 3-4 Monate Monate später wieder in der Versenkung verschwinden...

Freddy Krueger, Michael Myers, Jason Vorhees, Jigsaw (also John und Hoffman), dass waren noch richtige Charaktere, zeitlos und tiefgründig dazu.

Nielsius hat geschrieben:Kleine Firmen, Indie Produktionen hingegen, auch hier spreche ich nicht nur von Filmen sondern vor allem auch von Games, machen ihre Arbeit weniger des Geldes wegen, sondern wegen der Leidenschaft, so etwas zu erschaffen. Siehe jegliche Indiegames, welche momentan auf Steam sehr boomen. Dort hat man immer tolle neue Ideen, Innovation und Frische. Ich bin von diesen, meist kleinen und kurzen Spielen sehr begeistert. Minecraft, The Binding of Isaac usw., sind da nur einige Beispiele. Eines der bekanntesten Beispiele in der Film und vor allem Horrorbranche ist wirklich Saw. Der Film hat fast nichts gekostet, die Produzenten waren bis dato unbekannt und haben mit einfahcsten Mitteln einen Film abgeliefert, der es in sich hatte. Schon war eine neue Idee geboren, aus der später dann leider immer liebloser Fortsetzungen geschafft wurden, damit Geld in die Kassen kommt. Deshalb sind die letzen Teile nicht mehr so gut, vor allem Saw 7 finde ich eher enttäuschend, wenn man ihn mit den restlichen Teilen vergleicht. Welche Filme kommen denn heute bei den intelligenten und nicht komplett stumpfen Menschen, welche leider weniger sind als man hoffen könnte, gut an? Filme mit einer frischen Idee. Filme mit Tiefgang und durchdachter Story. Filme von unglaublich erfolgreichen Büchern (auch da gibt es leider schlechte Beispiele). Wieso kommen diese Filme so gut an? Weil es sich entweder abhebt vom Einheitsbrei, weil es eine gute Idee hat und Spannend ist, bei Buchvorlagen wie Harry Potter oder Herr der Ringe (ok bei HdR muss man dazusagen, dass Peter Jackson einfach ein Freak ist und ein Meisterwerk abgeliefert hat) ist die gute Idee ja bereits da gewesen.
Fazit ist also, dass die geldgeilen Säcke keine Lust mehr haben, sich für ihr Geld anzustrengen und die Leute, die es nicht für Geld machen, da viel mehr Liebe, Leidenschaft und Herzblut reinstecken. Deshalb kannst du davon ausgehen, dass die Tropfen auf dem heißen Stein leider so bleiben werden. Wir bekommen von den kleinen Leuten die besten Dinge. Ich freu mich drauf! Alles andere müssen wir wohl oder übel Schlucken!


Kann ich nur so unterstreichen. Obwohl ich SAW IV-VI wirklich ziemlich genial finde :P
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Re: Über die aktuelle Entwicklung der Horrorfilm-Industrie

Beitragvon Nielsius » Do 4. Apr 2013, 19:35

Und wir werden erst mit der Zeit sehen, wer oder was aus der heutigen Zeit auch potenzial hat, soetwas zu werden. Wir können vermuten. Ich hoffe einfach, dass wir bald wieder so richtig vom Hocker gehauen werden. Nicht vom Hocker gehauen, wie bei Dead Silence oder Insidious oder so, sondern in einer Art und Weise, dass wir nur noch begeistert mit dem Kopf schütteln können, weil es wiedermal etwas GANZ GAAAANZ neues ist. Ein hoch auf Indieentwickler!!

Zu Saw: Ja Saw 1-4 sind für mich die besten. Ich finde dnaach geht es bergab. Ich bin einfach ein unheimlicher John Fan und nach Teil 4 haben wir alles wiiirklich wichtige über John erfahren. In den folgenden Teilen kommt er nicht mehr soviel vor (logisch, er ist ja nunmal Tod) und Hoffman wird ins Licht gerückt. Kein Zweifel, dass Hoffman ein HAMMER Charakter ist. Wirklich super. Aber leider macht er Saw zu dem, was wir immer versucht haben abzuwenden von den Ahnungslosen, die in Saw "nur" abmetzeln blut blabla gesehen haben. Der geniale Geist von Johnschwindet immer mehr und zurück bleibt Hoffmans stumpfe Slasherfilm taugliche Art. Was Innovativ bleibt, sind die Fallen und schon haben sich die Filme auf das reduziert, worauf sie von Ahnungslosen reduziert wurden. Eine leicht leblose Filmreihe, mit scheinbar endlosen Fortsetzungen mit immer genau dem gleichen Schema. Man konnte nicht mehr so gut sagen: "Jaaaa aber da steckt ja soviel dahinter..aber dafür musst du 1-4 gucken". Klar um alles zu verstehen muss man alle Teile gucken, aber ich bin halt Fan der John Triologie mit dem Bindefilm 4.
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Re: Über die aktuelle Entwicklung der Horrorfilm-Industrie

Beitragvon Salem's Lot » Fr 5. Apr 2013, 12:08

Hoffman ist ein genialer Charakter und meiner Meinung nach hat er sich in den Teilen I-VI bei ALLEN Fallen an Johns Spielregeln gehalten (außer natürlich bei seiner allerersten Falle, aber da hat er John ja noch nicht gekannt), danach wurde sein Charakter dann verhunzt... leider.
Saw VII und VIII wären auch noch ziemlich genial geworden, aber durch die neu dazu gekommene 3D-Technik wurde halt die ganze Story verpfuscht und in einen einzigen Film gequetscht.

Von daher bleibe ich dabei, den rationalen Kern der Serie bilden SAW I-VI.
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Re: Über die aktuelle Entwicklung der Horrorfilm-Industrie

Beitragvon Nielsius » Fr 5. Apr 2013, 15:26

Ich bleib bei 1-4 :D
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Re: Über die aktuelle Entwicklung der Horrorfilm-Industrie

Beitragvon tanjsen » Mi 14. Aug 2013, 11:12

Ich würde sagen der neue Streifen The Conjuring belebt die Szene wieder ganzschön. Was meint ihr? Obwohl er sich ja klassischer Klichees bedient, hab ich mich echt "unterhalten" gefühlt und zugegeben das eine oder andere Mal gezuckt ^302
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Re: Über die aktuelle Entwicklung der Horrorfilm-Industrie

Beitragvon Nielsius » Mi 14. Aug 2013, 18:06

Ich muss endlich jemanden finden, der mit mir hingeht :D Dann schau ich den auch endlich mal!!
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Re: Über die aktuelle Entwicklung der Horrorfilm-Industrie

Beitragvon tanjsen » Fr 16. Aug 2013, 11:29

Ach geh doch alleine hin... Mach ich auch manchmal, ist doch nischt dabei :geek:
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